| Olympe de Gouges (1748 - 1793) | ||
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Projet
d'impot étranger au peuple, 1788 Ich kam an ein Stadthaus, an dem man baute, aber diese Art des Bauwerks erschien mir von einer Festigkeit, die seiner Schönheit gleichkam. Ich blieb für einen Moment vor diesem Haus stehen, und ich sah einen Mann von vernünftigem Alter, der einen kleinen jungen Mann züchtigte. Mehrere Maurer flehten zu seiner Verteidigung und der Maurermeister ließ sich am Ende das Herz erweichen. „Was“, so sagte er, „dieser Quälgeist wird mir nicht ohne Unterlass seine Streiche spielen. Das ist das dritte Mal, dass er mir eine Strafe einhandelt, und der Ertrag aus diesem Bauwerk würde nicht reichen, für seine Dummheiten aufzukommen. Er weiß, dass es auf Befehl des Königs und seines Parlaments untersagt ist, die Fuhrwerke mit Bau- und Bruchsteinen nach fünf Uhr früh im Sommer und sieben Uhr im Winter fahren zu lassen: Wir sind in den langen Tagen und dieses kleine bösartige Subjekt beharrt darauf, die Fuhrleute bis schlag sieben Uhr laden zu lassen.“ „Na und! Dieses Gesetz“, antwortet der kleine Bursche, „ist nicht vernünftig, man kann nicht immer ganz pünktlich sein.“ „Wie, kleiner Frechdachs?“, setzte der Maurermeister zornig fort, „Du würdest die Gesetze des Königsreiches ändern wollen, die heutzutage so gütlich und menschlich sind? Erinnerst du dich nicht daran, von einem verfluchten Gespann gebrochene Beine zu haben; erinnerst du dich nicht mehr daran, dass dein Vater von einem mit Steinen beladenen Karren überfahren worden ist; erinnerst du dich nicht mehr an diese Zusammenstöße zu Mittag von Fiakern, Fuhrwerken, Karren, bürgerlichen Wägen, Gespannen und Droschken, bis hin zu den Schubkarren, die in diesen Zusammenstößen zerschmettert worden sind; erinnerst du dich also nicht, dass es manchmal vier Stunden lang gedauert hat, die Straßen freizuräumen und dass in diesen schrecklichen Hindernissen alles zum Erliegen kam, dass die Fußgänger jeden Moment verkrüppelt oder getötet werden konnten … Seit der glücklichen Nationalversammlung sieht man nun diesen schrecklichen Aufruhr nicht mehr, von zwei Uhr in der Früh bis fünf Uhr im Sommer und bis sieben Uhr im Winter haben die Müllmänner den Befehl, Paris zu reinigen, und die Fuhrwerke mit Bau- und Bruchsteinen in denselben Stunden die Hauptstadt zu versorgen. Alle schweren und gefährlichen Fuhrwerke sind nach diesen Stunden verboten. Nur die Fuhrwerke der Wäscher haben das Recht jederzeit zu kommen und zu gehen, weil das nur zwei mal in der Woche so ist; außerdem sind diese Fuhrwerke leicht und bescheiden angespannt.“ „Du würdest nicht“, fügt er hinzu, „diese bewundernswerte Ordnung zerstören wollen. Denn seit man Paris während der Nacht versorgt, gibt es viel weniger Missetäter. Diese menschliche Umsicht beschützt Paris mehr als man es im Vorhaben dieser Ausgestaltung vorhergesehen hatte. Man hat nur die Gefahren des Tages verschwinden lassen wollen und man ist damit zugleich denjenigen der Nacht zuvorgekommen. Darüber hinaus ist jeder Wagen mit Fuhrgut beleuchtet und von mehreren Soldaten begleitet. An jedem Stadttor gibt es Leibgarde, die sie so ausstatten, wie sie es nötig haben. Was willst du Bewundernswerteres als diese weisen und mehr als menschlichen Gesetze?“ [...] |
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