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L'esclavage
des noirs, 1789
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Dritter Akt
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Elfte Szene
die Vorigen, Inder, Zamor, Mirza, die bewaffneten Sklaven
Zamor:
Es gibt keine Hoffnung mehr, unsere Wohltäter sind von Soldaten umgeben.
Umarme mich ein letztes Mal, meine teure Mirza.
Mirza:
Ich segne mein Schicksal, weil dieselbe Hinrichtung uns vereint.
(zu einem Greis und einer alten Sklavin)
Adieu, liebe Urheber meines Lebens, beweint eure arme Mirza nicht mehr,
sie ist nicht mehr zu beklagen.
(zu den Sklaven ihres Geschlechts)
Adieu, meine Gefährtinnen.
Zamor:
Sklaven, Kolonisten, hört mich: Ich habe einen Mann getötet,
ich habe den Tod verdient. Bedauert meine Hinrichtung nicht, sie ist zum
Wohl der Kolonie notwendig. Mirza ist unschuldig, aber sie möchte
ihr Hinscheiden.
(zu den Sklaven, persönlich)
Und ihr, meine lieben Freunde, hört mich in meinem letzten Moment.
Ich verlasse das Leben, ich sterbe unschuldig, aber fürchtet euch
davor, euch schuldig zu machen, um mich zu verteidigen. Fürchtet
euch besonders vor dieser Geisteshaltung der Aufhetzerei und gebt euch
niemals einer Ausschreitung hin, um aus der Sklaverei zu kommen. Fürchtet
euch davor mit allzu viel Gewalt eure Ketten zu zerbrechen. Erwartet alles
von der Zeit und der göttlichen Gerechtigkeit, ersetzt uns beim Herrn
Statthalter, bei seiner ehrenwerten Gattin. Bezahlt sie für alles,
was ich ihnen schulde, mit eurem Eifer und eurer Verbundenheit. O weh!
Ich kann mich ihnen nicht erkenntlich zeigen. Liebt diesen guten Herrn,
diesen guten Vater mit kindlicher Zärtlichkeit, wie ich es immer
getan habe. Ich stürbe zufrieden, wenn ich zumindest glauben könnte,
dass er mich bedauert!
(er wirft sich ihm zu Füßen)
Ach, mein lieber Herr! Ist es mir noch gestattet, Sie so zu nennen?
Monsieur de Saint-Frémont (in heftigem Schmerz):
Diese Worte beklemmen mir das Herz. Unglücklicher! Was hast du getan?
Geh, ich trage dir nichts nach, ich leide genug an der verhängnisvollen
Pflicht, die ich erfülle.
Zamor (verneigt sich und küsst seine Füße):
Ach, mein teurer Herr! Der Tod hat nun nichts Schreckliches mehr für
mich. Sie mögen mich noch, so sterbe ich zufrieden.
(nimmt seine Hände)
Lassen sie mich diese Hände ein letztes Mal küssen.
Monsieur de Saint-Frémont, aufs Zärtlichste gerührt:
Lass mich, lass mich, du zerreißt mir das Herz.
Zamor, zu den bewaffneten Sklaven:
Meine Freunde, tut eure Pflicht.
(er nimmt Mirza in seine Arme und steigt mit ihr auf den Felsen, wo sie
sich niederknien. Die Sklaven legen ihre Pfeile an.)
[...]
© Übersetzung: Viktoria Frysak, Corinne Walter 2008
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